Wer kennt noch Veritas Nähmaschinen?
Veritas Nähmaschinen wurden erstmals in Wittenberge, im damaligen Nähmaschinenwerk hergestellt. Begonnen hatte man mit dem Modell der 8017, welche die erste Nähmaschine war, welche ein komplettes Kunststoffgehäuse besaß. Diese, in dieser Form erfolgreiche neuartige Maschine wurde in den Jahren 1963 und 64 produziert. Existiert hat das zugehörige Unternehmen zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits seit 1903.
Neben Nähmaschinen fertigte man auch andere elektrisch betriebene Haushaltgeräte, wie etwa die Strickmaschine. Eine Innovation stellte zur damaligen Zeit die Freiarmnähmaschine dar. Die namentlich Columba und Fomula genannten Modelle wurde in den 80ern, bis in die frühen 90er Jahre des 20. Jahrhunderts fabriziert.
Zur Zeit der deutschen demokratischen Republik war das Nähmaschinenwerk in Wittenberge in Staatshand und wurde dementsprechend als volkseigener Betrieb (VEB) geführt und geleitet. Neben der bekannten Maschinenmarke Veritas, stellte man auch Modelle mit der damalig bekannten Bezeichnung Naumann her. Die Geschichte des Werkes geht zurück auf den wohl berühmtesten Nähmaschinenproduzenten der Welt, welcher unter dem Nahmen Singer berühmt wurde. Der zu jener Zeit größte ostdeutsche Nähmaschinenproduzent wurde als Firmenzweig durch die Geschäftsführer des Singer Konzerns ins Leben gerufen. Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 1930er Jahre brach die Nachfrage extrem ein. Es kam zu Arbeitsverkürzungen und einigen Entlassungen. Mitte der 30er erholte sich das Werk jedoch zunehmend und konnte aufgrund der nun wieder steigenden Nachfrage sogar anbauen. Weiterhin wurden die damalig modernsten technischen Lochkartensysteme installiert, welche eine beeindruckende Neuerung und Erleichterung darstellten.
Die Veritas Nähmaschinen Fertigung kam nach dem zweiten Weltkrieg vollständig zum Erliegen, als die vollständige Fabrik und alle Maschinen als Reparationsleistung demontiert wurden. Dieser Prozess dauerte etwa ein Jahr, bis es schließlich mithilfe von Investoren zu einem Gießereibetrieb ausgebaut wurde. Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts erfolgte ein Aufkauf des Unternehmens durch die Firma Seidel und Naumann.
Schließlich, im Jahre 1965 wurde das Werk zum Staatseigentum der DDR erklärt und wurde fortan als Kombinat Textima bezeichnet. Man übernahm schließlich auch andere Produktionsstätten, welche sich zu jener Zeit in Bad Wilsnack und Lenzen befanden. Die Produktion wurde extrem gesteigert, da besonders im Ausland die deutschen Nähmaschinen (auch Industrienähmaschinen) sehr gefragt waren. So kam es, dass man in Jahre 1968 eine Million Geräte exportieren konnte. Ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor also, für die Region, wie auch das ganze Land. Zu Beginn der 70er Jahre gliederte man nun die Fertigung von Industriemaschinen aus und nahm abermals eine Namensveränderung vor. Das Unternehmen wurde nun als Kombinat VEB Nähmaschinenwerk bezeichnet. Zur damalig hochproduktiven Zeit stellte man an insgesamt 7 Standorten Veritas Nähmaschinen her.



